Agnes-Bernauer-Festspiele mit neuem Stück und neuem Regisseur

Montag, 15. November 2021

Agnes-Bernauer-Festspiele mit neuem Stück und neuem Regisseur

Handelseinig und mit optimistischem Blick in die Festspielzukunft: Vereinsvorsitzender Karl Weber (l.) mit Autor und Regisseur Thomas Stammberger.

Handelseinig und mit optimistischem Blick in die Festspielzukunft: Vereinsvorsitzender Karl Weber (l.) mit Autor und Regisseur Thomas Stammberger.

Agnes-Bernauer-Festspiele? Kenn ich. Dass man mit diesem (Vor-)urteil sparsam sein sollte, zeigen zwei Unterschriften unter einen Vertrag vor wenigen Tagen – jene von Vereinsvorsitzendem Karl Weber und jene von Thomas Stammberger. Letzterer wird für das Festspiel 2024 – coronabedingt wurde der Zyklus um ein Jahr verlängert – ein neues Stück schreiben und auch Regie führen. Auf einstimmigen Vorstandsbeschluss. Sie wollen treues wie neues Publikum mit einer neuen Text-Fassung locken – mit einer wohlkalkulierten Gratwanderung, „näher an der Historie und gleichzeitig näher an der Emotion“. Allein das verheißt Spannung und Überraschungseffekte, auch wenn eines klar ist: Das Ende der Agnes in den Fluten der Donau.

Thomas Stammberger zu engagieren, ist für den Verein Neuland und Rückkehr zu den Wurzeln gleichermaßen. Man kennt sich. Und schätzt sich. „Er ist einer von uns“, sagt Karl Weber. Stammberger hat mit Johannes Reitmeier das Festspiel geschrieben, das 1995 Premiere und 20 Jahre in Abwandlung auf der Bühne im Schlosshof Bestand hatte. „Das Stück hatte und hat seine Daseinsberechtigung“, sagt Stammberger mit fast 30 Jahren Abstand. Das Stück habe aber ein gewisses Pathos, eine Stilisierung, die heute nicht mehr zeitgemäß sei. Für sie beide als damals junge Autoren sei es jedenfalls „ein ordentlich großer Wurf“ gewesen.

Stammberger: „Bedanke mich für die Ehre“

„Ich bedanke mich für die Ehre“, sagte Stammberger jetzt bei der Unterschrift zu Autorenschaft und Regie 2024, der lange harte Verhandlungen vorausgingen. „Ich habe nur mitgemacht, weil meine Frau die Agnes-Bernauer-Torte so gern mag“, meinte Stammberger augenzwinkernd.

Es sei für beide Seiten ein guter Vertrag geworden, heißt es. In der kürzlichen Mitgliederversammlung hatte Karl Weber den Aktiven angedeutet, dass sich in der Richtung was tut und man kurz vor der Unterschriftsreife stehe. Bürgermeister Werner Schäfer hatte gewürdigt, es gebe wenig Festspiel-Vereine, die mehrere spielbare Fassungen in Händen hielten. Die Katze aus dem Sack gelassen hat Schriftführer Michael Wallner gestern abend mit einer Rundmail an die Mitglieder.

„Jetzt ist der Startschuss fürs Festspieljahr 2024 gefallen“, sagt Karl Weber. Lange habe man überlegt und sich dann entschieden, etwas ganz Neues zu machen. Karl Weber und sein Stellvertreter Florian Schmiegelt hatten die persönliche Herausforderung gesucht, eine Produktion komplett in eigener Verantwortung auf die Füße zu stellen. Die Neufassung 2019 von Teja Fiedler unter Regie von Andreas Wiedermann, mit dem den Verein vier erfolgreiche Produktionen (zweimal Orff, den Bayerischen Jedermann und das Festspiel 2019) verbinden, sei spannend gewesen, ein Erfolg, sagt Weber. „Es hat allen Spaß gemacht.“ An der historischen Nähe habe es aber gefehlt, die man jetzt einfangen wolle. Gespräche mit Historiker Werner Schäfer, der in der Geschichte der Agnes Bernauer firm und auf dem neuesten Stand der Forschung sei, beschreibt Thomas Stammberger als zielführend. Schäfer habe zugesagt, den Entstehungsprozess eng zu begleiten. Stammberger schwebt eine zeitgemäße Erzählweise vor, die auch die Netflix-Generation abholt. Auf Basis neuester historischer Erkenntnisse, facettenreich. Musik, Licht, Bühnenbild spielen keine Nebenrollen. „Das erreichte hohe Niveau motiviert.“

Vorsatz war nur von kurzer Dauer

Schatzmeisterin Gisela Lummer hatte den Kontakt zu Stammberger hergestellt. Ihr erster Anruf erreichte ihn in einer Münchner Tiefgarage auf dem Weg zum Auto. Eben als er im Gespräch mit einer Kollegin nach einer abgedrehten Profi-Produktion bekundet hatte, sich künftig mit Amateur-Theater zurückhalten zu wollen, erzählt er lachend. Der Vorsatz war nur von kurzer Dauer, die Beziehung zum Festspielverein war gewichtig. Zunächst wollte man gemeinsam 2021 die Zwischenproduktion „Die Fahnenweihe“ stemmen, aber jene wurde coronabedingt auf Eis gelegt. Es wäre jetzt nicht möglich gewesen.

Erwartungen an TV- und Theater-Profi sind hoch

Die Erwartungen an Stammberger sind hoch. Von dessen hoher Professionalität bei Theaterbühnen wie Fernsehproduktionen wolle der Verein bewusst lernen und sich weiterentwickeln, sagt Karl Weber.

Stammberger hat sich vorgenommen, der Person der Agnes Bernauer emotional näherzukommen, während sie in seiner und Reitmeiers 1995-er Fassung eher klassisch und literarisch aufgefasst gewesen sei. „Wir wollen gemeinsam noch näher hinausschauen auf die emotionale Seite der Figuren, ihre inneren Impulse, die in Folge historische Ereignisse auslösten. „Im Endeffekt geht es immer ums Menschliche.“

Nächste Monate sind der Recherche gewidmet

Gedanklich habe er längst zu schreiben angefangen, sagt Thomas Stammberger. Die nächsten zwölf Monate werde er sehr stark in die Recherche gehen. Er wolle ein Gefühl für die Figuren bekommen, damit sie ein Eigenleben entfalten können. Die Handlung wünscht er sich weniger handlungs- als vielmehr charakter-getrieben. „Jeder, der mitmacht, soll eine Geschichte zu erzählen haben.“ Die routinierten Akteure auf der Festspielbühne will er in dieser Phase ins Boot holen, sie nach ihren Gefühlen, Einschätzungen fragen. Gleichzeitig wird Stammberger mit dem Verein in einem zweiten Schritt Workshops für die Darsteller anbieten. Schauspielerisch sei im Verein sehr viel Talent, Potential, Erfahrung, vor allem Leidenschaft, das will der Regisseur noch vertiefen oder vielmehr zum Vorschein bringen. „Den Schatz heben.“ Und neue Talente entdecken.

Karl Weber ist sicher, der Funke werde überspringen auf die Mitglieder, die schon jetzt mächtig neugierig seien. 2023 soll das neue Herzogspaar gekürt werden.

Quelle: Monika Schneider-Stranninger, Straubinger Tagblatt,  07.11.2021

Straubing Talismann


Spendenaktion für die Jugendarbeit des Festspielvereins
www.straubing-talisman.de

Straubinger Rathaustaler


Unterstützen Sie den Wiederaufbau des historischen Rathauses!
www.straubinger-rathaustaler.de

Anstehende Veranstaltungen

Es gibt derzeit keine anstehenden Veranstaltungen.

Wichtige Information

Wer zur Probe nicht kommen kann, bitte abmelden bei der Regieassistentin Claudia Griessl, schriftlich per Mail griessl@agnes-bernauer-festspiele.de
Alternativ per
Telefon 09421 520329 oder
SMS 0171 1427349.

Sollte jemand keinen Internetzugang haben, bitte selbständig mit einem Mitspieler in Verbindung setzen, der euch die Proben durchgibt. Bitte notiert euch, in welchen Bildern ihr mit Sprechtext aber auch als Statist dabei seid. Namens- und Rollenauflistung gibt es nur für den ersten Durchlauf aller Bilder der „Tischproben“, dann werden nur noch die Bilder genannt.

Zu den Proben dürfen gerne alle Mitwirkende kommen, also auch Statisten – oft wird vor Ort jemand benötigt und eingebaut.

Selbstverständlich stehe ich euch bei Fragen zur Verfügung. Meldet euch einfach bei mir, ich helfe euch gerne weiter.

Ganz liebe Grüße
Eure Claudia

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen