Die Agnes-Bernauer-Festspiele feiern Premiere

Samstag, 22. Juni 2019

Die Agnes-Bernauer-Festspiele feiern Premiere

Schlachtengetümmel und zarte Liebesbande, Familienzwist und hohe Politik: Die Agnes-Bernauer-Festspiele feiern Premiere

Ein bunter, vielfältiger Bilderbogen hat sich gestern auf der Festspielbühne im Innenhof des Herzogsschlosses in Straubing entfaltet:

Die Agnes-Bernauer-Festspiele feierten mit ihrem neuen Stück von Teja Fiedler unter der Regie von Andreas Wiedermann Premiere. Der Schirmherr, Ministerpräsident Dr. Markus Söder, ließ es sich nicht nehmen, zu diesem Anlass nach Straubing zu kommen und den rund 130 Laiendarstellerinnen und -darstellern zuzusehen.

In gut zweieinhalb Stunden wurde die Geschichte der Baderstochter Agnes Bernauer und Herzog Albrecht III. – angefangen von der zarten Liebesbande bis zum tragischen Tod der Bernauerin – auf der mittelalterlich inspirierten Bühne von Aylin Kaip inszeniert.

Große Massenszenen im Wirtshaus oder beim Turnier wechselten sich ab mit zum Teil kammerspielartigen Bildern. Verbunden wurde das Festspiel durch die Musik von Ernst Bartmann, gänzlich neu komponiert für die diesjährigen Festspiele.

Zusammen beleuchten die Szenen und Madrigale die Liebesgeschichte zwischen Baderstochter und Herzogssohn aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven:

So ist Herzog Ernst, Albrechts Vater, nicht nur regierender Fürst, der dem Vorteil des Hauses Wittelsbach skrupellos das Liebesglück seines Sohnes und das Leben seiner Schwiegertochter opfert. Er offenbart zum ersten Mal auch eine zutiefst menschliche Seite voller Zweifel.

Die unerwünschte, weil unstandesgemäße Schwiegertochter wiederum ist kein schwaches, hilfloses Mädchen. Agnes ist eine durchaus selbstbewusste junge Frau, der bald schon bewusst wird, dass ihre Liebe zu Herzog Albrecht wohl kein gutes Ende nehmen wird. Dennoch entscheidet sie sich für diese Ehe – und damit für den Tod.

Der Konflikt zwischen Staatsräson und Liebe zeigt sich auch im Verhältnis Herzogs Albrechts zu seiner Schwester, Pfalzgräfin Beatrix: Sie ist gegen seine Verbindung mit Agnes Bernauer, da sie aufgrund inniger Geschwisterliebe nur das Beste für ihren Bruder möchte. Albrecht aber stellt seine Liebe zu Agnes über alles – über die wittelsbachischen Familienbande und über seine Pflichten als Thronfolger.

Takt und Tempo in den Szenen steigern sich gegen Ende hin, um dann im Tod Agnes Bernauers durch Ertränken in der Donau zu münden.

Doch damit ist das Stück noch nicht zu Ende, denn der Tod der schönen Bernauerin wirkt weiter.

Szenenfotos:

Fotos: Jürgen Sperl

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