„Großes Kompliment“ für Welturaufführung

Montag, 27. Juni 2011

„Großes Kompliment“ für Welturaufführung

Straubinger Tagblatt, 27.06.2011, von Monika Schneider-Stranninger
Foto: Ulli Scharrer

Agnes-Bernauer-Festspielsaison mit glanzvoller Premiere gestartet Wetter hat gehalten – Grandiose Akteure – Viel mehr als nur neue Akzente gesetzt 

Wie wird sie wohl sein die neue Inszenierung? Das war am Freitag Abend die spannendste Frage. Die zweite war, werden es die drohend schwarzen Wolken bei der Drohung belassen? Tatsächlich hat das Wetter gehalten, auch wenn es bitter kalt war. Gut 1000 Zuschauer, darunter 550 von Stadt und Festspielverein geladene Ehrengäste, hatten sich mit Decken, Sitzkissen und sogar Winterjacken gewappnet und quittierten weit nach 23 Uhr eine glanzvolle und spektakulär neue Inszenierung mit langanhaltendem Applaus. Die 200 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne haben grandios aufgespielt und nach alles abfordernder Probenarbeit eine bemerkenswert professionelle Leistung abgeliefert. Um Mitternacht das Lob des Oberbürgermeisters: „Straubing ist stolz auf Euch.“

Der Freitag, 24. Juni, ist fast so schön wie der 12. August. Heuer jedenfalls. Da kribbelt es in der Stadt. Ab 12. August hat die Stadt das Volksfestfieber, seit Freitag das Festspielfieber. Der einzige Virus, von dem man sich nur wünschen kann, dass er gehörig um sich greift.

Freitag abend. Rund um das Herzogschloss ist Straßenverkehr anno 2011 ausgesperrt. Die Fanfaren des Freien Fanfarenkorps Straubing schmettern, Trommeln dröhnen. Das Mittelalter kehrt zurück, Hofdamen in wallenden Gewändern, leicht bekleidete Badegäste, selbstbewusste Ritter, Charakterköpfe aus dem Volk… Zwei allerliebste Mädchen aus dem Gesinde verkaufen Programmhefte. „Zwei Euro, mit Trinkgeld 2,50“, sagt die eine und schickt gleich geschäftstüchtig hinterher, „aber weil wir zwei sind, geben die meisten drei Euro“. Aber gerne.

Man sieht sich und sieht sich wieder, auch frühere Albrechte, Agnes’ und Beatrixen und Ernste. Es wird Sekt genippt und zartschmelzende Agnes-Bernauer-Pralinen der Konditorei Löw genascht.

Und als Decken und Kissen positioniert sind, tritt Festspielvereins-Vorsitzender Dr. Hubert Fischer ans Mikro und begrüßt in aller Kürze „die hochverehrten Premierengäste am Schauplatz der Geschichte“ und greift nur Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch, Schirmherr OB Markus Pannermayr und Regisseur Johannes Reitmeier heraus. Der OB verspricht, dass in den folgenden vier Wochen „ein Stück Stadtgeschichte“ lebendig wird und zollt den Akteuren Respekt. Oft hat er sie bei Terminen im Schloss proben sehen und als er spätabends gegangen sei, „wurde immer noch geprobt“. Dann stellt Pannermayr noch heraus, dass Wolfgang Heubisch in nächster Zeit noch weitere Termine in Straubing habe, denn er wolle „aktiv mitwirken am Ausbau der Hochschulstadt Straubing“. Und er begrüßt eine ganze Reihe von Mandatsträgern aus Europaparlament, Bundestag, Landtag, Regierung von Niederbayern, Bezirk bis Kommunalpoltik, „Präsidenten und Direktoren“, und den Generalkonsul der Niederlande Rob Zaagman, der sich nach fast drei Stunden Festspiel „restlos begeistert“ zeigt. Der OB wünscht sich im eigenen Interesse, dass das Türmchen auf der Schlosskapelle auch Windstärke 75 standhalten möge.

Ministerieller Startschuss

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch erklärt dann die Festspielsaison offiziell für eröffnet, nicht ohne zu versichern, dass er halte, was in Sachen Hochschule zugesagt sei. Und er wisse auch, dass er zur Volksfesteröffnung („den Termin habe ich jemand anders zu verdanken“) etwas mitzubringen habe. Jetzt freue er sich auf das Spektaktel und dann geht die Zeitreise ins Mittelalter auch schon los.

Nach gut zweieinhalb Stunden formieren sich die Akteure zum eindrucksvollen Schlussbild, werden mit Sonnenblumen und von ihren Fans mit mächtigen Blumensträußen bedacht und vom Publikum mit langanhaltendem Applaus.

Im Rittersaal sind schon Getränke und Häppchen und wärmende Gulaschsuppe bereitgestellt. Es ist nach Mitternacht, als der OB ans Mikrophon tritt und „tief beeindruckt von einer großartigen Premiere“ den ehrenamtlichen Akteuren seinen „aufrichtigen Respekt“ zollt. „Straubing ist stolz auf Euch.“ Höchste Ansprüche seien erfüllt worden, würdigt er Regisseur Johannes Reitmeier und Co-Regisseur Roger Boggasch sowie Bühnenbildner Mathias Bartoszewski und dankt den Sponsoren. Dr. Hubert Fischer ist rundum zufrieden und erleichtert, dass die erste Hürde der Welturaufführung genommen ist. Auch wenn es in der Zusammenarbeit mit Johannes Reitmeier manchmal „gegreamelt“ hat, alle Mühe habe sich gelohnt.

Dann wird kräftig gefeiert, gelobt, geratscht, Hände geschüttelt, Schultern geklopft und Umarmungen entgegengenommen. Glückliche erleichterte Gesichter. „Einfach nur euphorisch“ sei sie, sagt Agnes Freya Hupf und strahlt. Wohlwissend, dass sie in den kommenden Wochen noch 18 mal ertränkt wird.

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