Die Geschichte

Möglicherweise im Februar 1428 lernte Albrecht III., einziger Sohn und Thronfolger des Wittelsbacher Herzog Ernst, Regent des Herzogtums Bayern-München-Straubing die Augsburger Baderstochter Agnes Bernauer kennen und lieben. Im Mittelalter galt der Baderstand jedoch als unehrenhaft. Kinder aus einer solchen unstandesgemäßen Verbindung waren von der Thronfolge ausgeschlossen. Trotzdem heiratete Albrecht Agnes wahrscheinlich heimlich. Die politischen Folgen der zwar theologisch gültigen, aber unstandesgemäßen Winkelehe waren abzusehen: die Wittelsbacher Nachbarn in Landshut oder Ingolstadt würden die Regentschaft nach dem Tode Albrechts übernehmen. Da Albrecht sich nicht von der Bernauerin trennen wollte, sah Herzog Ernst keine andere Möglichkeit, als sie unter dem Vorwurf des Majestätsverbrechens, der Zauberei und Landschädigung anklagen und zum Tode verurteilen zu lassen. Während Albrecht zur Jagd in Landshut weilte, wurde Agnes Bernauer am 12. Oktober 1435 in der Donau zu Straubing ertränkt.

Historische Situation

Holland, Seeland, der Hennegau und Friesland sowie der nördliche Teil Niederbayerns mit der Residenzstadt Straubing: Das war der Umfang des Wittelsbacher Herzogtums Bayern-Straubing-Holland (1353-1425), das durch  Teilungsverträge nach dem Tod Kaiser Ludwigs IV., des Bayern entstanden war. Letzter Herrscher dieser Wittelsbacher Linie war Herzog Johann III., der keinen männlichen Erben hinterließ. Herzog Philipp der Gute von Burgund übernahm fortan die Herrschaft in Holland, Seeland, dem Hennegau und in Friesland.
Um die niederbayerischen Gebiete stritten sich Herzog Ludwig VII. von Ingolstadt, Herzog Heinrich XVII. von Landshut und die Herzöge Ernst I. und Wilhelm III. von München.
Erst 1429 kam es durch Kaiser Sigismunds Schiedsspruch von Pressburg  zu einer Regelung der Machtverhältnisse: Das Gebiet wurde durch Losverfahren zu gleichen Teilen auf die vier Herzöge aufgeteilt, Straubing fiel dabei an Herzog Ernst und gehörte damit zum Herzogtum Bayern-München.

Die Familie

Herzog Abrecht III. (1401 – 1460)

Albrecht III. war der Sohn Herzog Ernsts I. von Bayern-München und Elisabeth Viscontis aus Mailand. Er war der einzige legitime Sohn Herzog Ernsts und  damit der Thronfolger, da Herzog Wilhelm, Herzog Ernsts Bruder, lange keinen Erben hatte.
Die Chronisten beschreiben Albrecht als musikalisch begabt und attraktiv.
Der junge Herzog war allerdings noch mit Ende zwanzig nicht verheiratet, hatte damit auch keinen legitimen Erben. Der Thronfolger von Bayern-München lernte dann, vielleicht bei einem Turnier in Augsburg, Agnes Bernauer kennen und lebte mit ihr wohl in Vohburg, auf der Blutenburg bei München und in Straubing.
Dort war Albrecht III. seit 1433 Statthalter seines Vaters und hatte offenbar seine heimliche Ehefrau mitgenommen in die herzogliche Residenz an der Donau. Sein Verhältnis zu seinem Vater verschlechterte sich unter anderem durch seine Verbindung mit Agnes Bernauer immer mehr, nach deren Hinrichtung drohte gar eine kriegerische Auseinandersetzung.
Ein Jahr nach Agnes Bernauers Tod versöhnte sich Herzog Albrecht wieder mit Herzog Ernst, heiratete Anna von Braunschweig und trat 1438 die  Nachfolge seines Vaters an.
Albrecht III. ist im Kloster Andechs bestattet.

Agnes Bernauer (+ 12.10.1435)

Über das Geburtsjahr, Herkunft und Jugend Agnes Bernauers gibt es keinerlei schriftliche Aufzeichnungen. Chronisten, die nach ihrem Tod von ihr berichteten, bezeichnen sie übereinstimmend als Baderstochter aus Augsburg.
Über eine heimliche Eheschließung Agnes Bernauers mit Albrecht III.gibt es keine schriftliche Quellen, allerdings verschiedene Hinweise wie die beiden Ringe an den Fingern der rechten Hand, mit denen Agnes auf ihrem Gedenkstein in St. Peter dargestellt ist.
Um den Fortbestand der Dynastie zu sichern, ließ Herzog Ernst seine unstandesgemäße Schwiegertochter im Oktober 1435 in Straubing wegen Liebes- und Schadenszaubers verurteilen und am 12. Oktober in der Donau ertränken.

 

sabineHilmer

Sabine Hilmer, Darstellerin der Festspiele 2003 am Epitaph der Bernauerin,
Agnes-Bernauer Kapelle in Straubing,
Foto: Bruno Moser
hartmannsgruber
Der Grabstein der Agnes Bernauer mit der Darstellerin 2007 Carmen Hartmannsgruber
in der gleichnamigen Kapelle im Petersfriedhof.
Die ursprüngliche Bildidee stammt von Bruno Mooser.

Herzog Ernst I. (1373 – 1438)

Der Vater Herzog Albrechts III. regierte gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm III. das Herzogtum Bayern-München.
Er war mit Elisabeth Visconti verheiratet und hatte mit ihr neben dem Thronfolger Albrecht (1401 – 1460) die Töchter Beatrix (1403 – 1447), Elisabeth (1406 – 1468) und Amalie (1408 – 1432).
Herzog Ernst wurde nach seinem Tode 1438 in der Münchner Frauenkirche neben seiner Frau Elisabeth begraben.

Herzog Wilhelm III. (1375 – 1435)

Wilhelm III. war ein geschickter Diplomat, sein Hauptbetätigungsfeld war die Außenpolitik.
Allerdings hatte er lange keine legitimen Erben, war nicht verheiratet.
Zwei Jahre vor seinem Tod, 1433, heiratete er dann die achtzehnjährige Margarethe von Cleve. Sie gebar ihm zwei Söhne, die allerdings beide das Kindesalter nicht überlebten, die Kränklichkeit des ersten Sohnes Adolf wurde Agnes Bernauer angelastet, sie habe Schadenszauber gewirkt.
Wilhelm III. starb im September 1435.

Pfalzgräfin Beatrix von Amberg-Neumarkt (1403 – 1447)

Die älteste Tochter Herzog Ernsts I. war ab 1427 mit Pfalzgraf Hermann III. von Neumarkt verheiratet.
Beatrix war die schärfste Gegnerin Agnes Bernauers, stritt sich ihretwegen mehrmals mit ihrem Bruder Albrecht, beispielsweise 1432, als sie mit ihrem Ehemann einer Einladung des Münchner Rates gefolgt war.
Der Rechnungseintrag erzählt, dass sie „mit herzog Albrecht gnug zornig was von herzog fraw nessen der hoch und grosfaisten Bernawerin wegen.“
Pfalzgräfin Beatrix fand ihre letzte Ruhestätte 1447 im Birgittinnenkloster Gnadenberg.

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